Freiwillige Feuerwehr erbat sich neue Fahnenmutter

Elisabeth Renholzberger bekleidet künftig das verwaiste Amt – Zünftige Bitt-Zeremonie
Von Günther Neumeier

Rathsmannsdorf. Vereine wie eine Freiwillige Feuerwehr braucht eine wohlbestallte Fahnenmutter, das ist von jeher Usus und Gepflogenheit. Seit der Demission der langjährigen Amtsinhaberin Maria Zimmermann wurde die Führung bald fündig. Die Elisabeth Renholzberger soll es machen, so hieß es unisono. Gefragt, sagte diese nicht so ohne weiteres zu. Wie es der Berauch, so wollte auch sie darum gebeten werden.

Vergangenen Samstag war es soweit: Vorstand Hugo Wallner und Kommandant Hans Anetsberger hatten sich mit den Kameradinnen und Kameraden beim Objekt ihrer Begierde, sprich der Elisabeth, angesagt. Schon am frühen Abend zog die uniformierte Garde der Rathsmannsdorfer Hilfsorganisation unter den Klängen des Aichaer Frohsinns zum Wohnhaus der Renholzbergers. Ein dicker Baumstamm versperrte dieser den Weg in den festlich geschmückten Garten. Wallner und Anetsberger mussten sich dieser ersten Aufgabe der Bittzeremonie stellen und das ansehnliche Rundholz mit der Hand durchsägen. Dazu aufgefordert, waren auch Pfarrer Gotthard Würzinger und Bürgermeister Franz Langer an der Reihe, ihre Holzknecht-Qualitäten unter Beweis stellen, Schriftführerin Rosemarie Fuchs und Vize-Kommandantin Martina Popan taten ein Gleiches. Ebenso lustig wie schwierig die zweite Prüfung: das Löschen von Kerzen mittels Handspritzen aus gehörigem Abstand. Genügt das?, so die Frage der Feuerwehr-Oberen. Elisabeth Renholzberger schüttelte verneinend den Kopf. Nachdem der Bürgermeister gekonnt das erste Faß Bier angezapft hatte, befahl die „Gestrenge“: auf das Holzscheit, auch Franz Langer musste auf die Knie, um bittend die Hände zu falten. Wer sich aufs Krawattenbinden verstand, hatte Glück, der musste kein zweites Mal auf den spitzen „Kniemalträtierer“. Die vermeintlichen Biersommelieres Reinhard Zitzelsberger, Michael Seil und Georg Hiel hatten vier verschiedene, in neutralen Bechern kredenzte helle Biersorten zu bestimmen, ein nicht ganz geglücktes Unterfangen, allemal ein Spaß ersten Ranges. Elisabeth Renholzberger jedenfalls erkannte das Bemühen an und sprach unter dem Beifall der zahlreichen Feuerwehrler das erlösende „Ja, ich mach´s“. Vorstand Hugo Wallner bedankte sich mit einem Blumengebinde und wünschte eine jederzeit gedeihliche Zusammenarbeit. Eine solche versprach die neue Fahnenmutter, als Lizzy im Kabarettduo beim „Ronstoafa“ Starkbierfest weitum bekannt. Dem offiziellen Teil des Gaudiums folgte ein deftiges Essen, auch zum Trinken gab es, was die Herzen begehrten. Der Aichaer Frohsinn förderte musikalisch die ohnehin schon gute Stimmung. Wie oft die Feiergesellschaft die neue Gallionsfigur der Rathsmannsdorfer Wehr hochleben ließ, wurde nicht ruchbar. Jedenfalls war´s ein Einstand nach Maß.

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